4future.institute

Wir denken Zukunft.

Die Foundation mobilisiert gesellschaftliche Energie.
Das Institute übersetzt sie in Modelle, Orientierung und Entscheidungshilfe.

Gesellschaft. Wirtschaft. Technologie. Umwelt.
Zukunft entsteht aus Balance und
bewusster Gestaltung.

Think Tank - 4future Institute

 Warum es das 4future.institute braucht

Zukunft entsteht dort, wo drei Fragen zusammengeführt werden:

Wissenschaft: Ist es machbar?
Neue Technologien erweitern kontinuierlich unsere Möglichkeiten. Doch nicht alles, was technisch machbar ist, ist sinnvoll, verantwortbar oder gesellschaftlich wünschenswert.

Wirtschaft: Ist es tragfähig?
Wirtschaftliche Logik entscheidet heute über Aufmerksamkeit und Umsetzung. Profitabilität allein beantwortet jedoch nicht die Frage, ob Fortschritt langfristig trägt oder gesellschaftliche Kosten erzeugt.

Gesellschaft: Macht es Sinn?
Diese Frage wird am seltensten gestellt – und ist zugleich die wichtigste. Fortschritt ist kein Selbstzweck. Er muss dem Menschen dienen und gesellschaftlichen Nutzen stiften.

Rubriks Clube 4future

Das 4future.institute verbindet diese Perspektiven.
Wir bringen wissenschaftliche Erkenntnisse, ökonomische Realitäten und gesellschaftliche Werte in einen gemeinsamen Bezugsrahmen – und übersetzen sie in Modelle, Orientierung und Entscheidungshilfen.

So entsteht Fortschritt, der verantwortungsvoll, nachhaltig und gestaltbar bleibt.

Arbeit & Wirtschaft 

Warum Europa zurückgefallen ist – und wie wir wieder aufholen können

Während die USA seit den 1990er Jahren bis jetzt ihre wirtschaftliche Stärke gehalten hat, und China in diesem Zeitraum ihre wirtschaftliche Stärke verdreifacht hat, hat sich Europa relativ gesehen halbiert.  

Europas wirtschaftliche Stärke basierte lange auf

  • industrieller Exzellenz,
  • Innovationskraft
  • sozialem Ausgleich

Doch diese Stärken wurden in einer Welt disruptiver technologischer Entwicklung zunehmend zu Strukturträgheit.

Aufholen bedeutet daher nicht „mehr vom Gleichen, nur schneller“, sondern:

  • strategische Investitionen in Schlüsseltechnologien und Infrastruktur

  • Innovation und Unterscheidung, nicht durch Kostendruck. Wir müssen bessere Produkte in Europa haben, nicht billigere.

  • neue Formen von Arbeit, die Innovation ermöglichen und Produktivität nachweislich steigern.

Wir haben noch immer alle Zuaten des Erfolges verfügbar, woran es uns Fehlt ist Vision, Richtung und gemeinsame Umsetzung.  

Europa hat zu oft:

  • bestehende Industrien geschützt, statt neue systematisch aufzubauen

  • reguliert, bevor Alternativen wettbewerbsfähig waren

  • Effizienz optimiert, statt Zukunft gestaltet

Während andere Regionen gezielt in digitale Plattformen, Infrastruktur und Skalierung investierten, fragmentierte Europa seine Kräfte entlang nationaler, regulatorischer und institutioneller Grenzen.

Zukunftsfähige Arbeit entsteht dort, wo Technologie, Wirtschaft und Gesellschaft gemeinsam gedacht werden – nicht getrennt.

Technologie & Europäische Souveränität

Wenn Europa seine Souveränität wiedererlangen möchte, so ist in einer zunehmend digitalisierten Welt die digitale Souveränität einer der Hauptschauplätze. 

Digitale Souveränität

Digitale Souveränität ist kein Einzelthema, sondern ein Systemproblem.
Wer gestalten will, muss alle drei Ebenen kontrollieren oder zumindest wirksam beeinflussen. Die aktuelle Lage in Europa ist dabei ernüchternd:

Digitale Infrastruktur (untere Ebene)
Diese Ebene ist weitgehend nicht unter europäischer Kontrolle.
Zentrale Cloud-, Plattform- und Basistechnologien werden von außereuropäischen Konzernen dominiert. Damit liegen Daten, Abhängigkeiten und strategische Hebel außerhalb europäischer Gestaltungsmacht.

Interaktion mit der physischen Welt (mittlere Ebene)
Hier verfügt Europa noch über relevante industrielle Kompetenz – etwa in Maschinenbau, Energie, Mobilität oder Automatisierung.
Diese Ebene ist derzeit die einzige, in der Europa noch substanzielle Einflussmöglichkeiten besitzt. Sie steht jedoch unter starkem Wettbewerbsdruck aus Asien.

Daten & Wissen / KI (obere Ebene)
Diese Ebene ist sichtbar, politisch präsent – aber strukturell abhängig.
Ohne Kontrolle über Infrastruktur und physische Systeme bleibt auch KI fremdbestimmt, unabhängig davon, wo Modelle trainiert oder angewendet werden.

Der kritische Punkt

Europa versucht derzeit, oben zu gestalten, während unten Abhängigkeiten bestehen.
Das kann nicht funktionieren.

Europa steht nicht vor der Wahl zwischen Fortschritt und Stillstand.
Es steht vor der Wahl zwischen Gestaltungsfähigkeit und struktureller Abhängigkeit.

Der Technologische Stack

Technologie<br />

Digitale Wertschöpfung entsteht in drei aufeinander aufbauenden Ebenen:

  1. Digitale Infrastruktur
    Cloud-Plattformen, Rechenzentren, Netzwerke und Basistechnologien bilden das Fundament.
    Diese Ebene wird heute weitgehend von US-Konzernen wie Amazon, Microsoft und Google kontrolliert.

  2. Interaktion mit der physischen Welt
    Sensorik, Internet of Things, Robotik, Energie- und Mobilitätssysteme verbinden die digitale mit der realen Welt.
    In diesem Bereich prägen asiatische Akteure – insbesondere aus China – zunehmend die globalen Standards. Europas Rolle ist hier stark geschwächt.

  3. Daten & Wissen
    Künstliche Intelligenz, Datenräume und digitale Zwillinge nutzen die darüberliegenden Ebenen.
    Diese Schicht steht aktuell im Fokus der öffentlichen Debatte.

Solange zentrale digitale Infrastrukturen außerhalb Europas kontrolliert werden, bleibt auch die Nutzung von KI, Datenräumen und digitalen Zwillingen fremdbestimmt – unabhängig von regulatorischem Anspruch oder politischem Willen.

Digitale Souveränität entsteht nicht durch einzelne Maßnahmen, sondern nur durch systemische Kontrolle über alle drei Ebenen.

Demokratie & Gesellschaft

Warum Freiheit keine Selbstverständlichkeit mehr ist

Laut dem Democracy Index gibt es nur noch 25 ausgeprägte vollständige Demokratien Weltweit. Die Anzahl ist rückläufig.

Demokratie ist kein statischer Zustand, sondern ein leistungsabhängiges System. Sie funktioniert nur, wenn sie Probleme lösen kann, Entscheidungen nachvollziehbar trifft und Beteiligung tatsächlich wirksam ist.

In Krisenzeiten werden neue „starke Männer“ herbeigerufen. Demokratie wird dabei selten offen abgeschafft. Sie bleibt formal erhalten, verliert jedoch schrittweise ihre Gestaltungsfähigkeit.

Illiberale Demokratie: formal erhalten, faktisch entleert

  • Wahlen finden statt, doch die realen Alternativen verengen sich.
  • Parlamente bestehen fort, während zentrale Entscheidungen verlagert werden.
  • Öffentlichkeit bleibt, aber Fakten verlieren an Gewicht.

Ohne funktionierende Demokratie:

  • wird wirtschaftliche Macht politisch nicht mehr kontrolliert,
  • wird Technologie nicht mehr gesellschaftlich eingehegt,
  • wird Freiheit zur Option statt zur Grundlage.

Demokratie ist daher kein „weiches“ Gegengewicht zur Wirtschaft.
Sie ist die Voraussetzung, damit Freiheit, Wohlstand und Innovation dauerhaft möglich bleiben.

Die Herausforderungen

Vertrauensverlust (Legitimation bröckelt)
  • Nur 43 % der Menschen glauben, dass das politische System gut funktioniert (Foresight).
  • Rund 50 % der Österreicher:innen vertrauen der Bundesregierung nicht (laut EU-Kommission).
Verzerrung der Meinungsbildung
(Öffentlichkeit verliert ihre Funktion)
  • Staatliche Inseratenvergabe verstärkt politische Abhängigkeiten (Rechnungshof, 2020).
  • Algorithmische Verstärkung einzelner Akteure verzerrt öffentliche Diskurse (QUT-Studie zu X, 11/2024).
  • Mangelnde Bildung: 30% der Menschen in österreich können nicht sinnerfassend Lesen. 
Sinkende politische Beteiligung
(Demokratie verliert ihre Basis)
  • 23 % Nichtwähler:innen bei der letzten Nationalratswahl.
  • In Wien konnte nur rund 40 % der Gesamtbevölkerung tatsächlich an Wahlen teilnehmen.

Zukunftsfähige Demokratie entsteht dort, wo Bildung, Beteiligung, Transparenz und evidenzbasierte Entscheidungen zusammenwirken – nicht isoliert, nicht zufällig.

Policy Brief: Digitale Souveränität in Europa – Definition, Status, Handlungsoptionen

Policy Brief: Digitale Souveränität in Europa – Definition, Status, Handlungsoptionen

Europa steht vor einer grundlegenden strategischen Herausforderung: Zentrale digitale Infrastrukturen – von Cloud über Identität bis KI – werden überwiegend von nicht-europäischen Anbietern betrieben, die fremden Rechtsordnungen unterliegen und deren technische Strukturen eine unabhängige Kontrolle erschweren. Dadurch verfügt Europa weder über rechtliche, technologische noch ökonomische digitale Souveränität.

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