Digitale Souveränität

Europas Zukunft hängt davon ab, wie Technologie verstanden, kontrolliert und gestaltet werden kann.

Digitale Souveränität ist eine Schlüsselfrage – und wir analysieren ihre Voraussetzungen, Grenzen und Konsequenzen.

Digitale Souveränität

Digitale Abhängigkeit:
Warum Europa zunehmend die Kontrolle über seine digitale Infrastruktur verliert

Rechtliche Abhängigkeit

  • US-Gesetze wie der CLOUD Act und FISA 702 ermöglichen Zugriffe – auch auf Daten in der EU.
  • Unternehmen können ihre DSGVO-Pflichten nicht vollständig erfüllen.
  • Auditierbarkeit und Kontrolle großer Cloud-Plattformen sind faktisch nicht möglich.

Technische Abhängigkeit

  • Rund 65 % der globalen Cloud-Infrastruktur liegen bei AWS, Azure und Google.
  • Identität, Kommunikation und KI basieren überwiegend auf nicht-europäischen Plattformen.
  • Europa hat keine Kontrolle über zentrale digitale Kernsysteme.

Strategische Abhängigkeit

  • Der Vendor-Lock-in nimmt jährlich zu – ein Ausstieg wird stetig teurer.
  • Europäische Daten fließen in US-Trainingsmodelle für KI ein.
  • Europa verliert Innovationskraft und strategischen Handlungsspielraum.

Alltag in Europäischen Büros

Collaboration Software Markt

Der Markt für Zusammenarbeitssoftware wird de facto von zwei Herstellern dominiert.

Ein Warnsignal für Unternehmen, Politik – und unsere gesamte Gesellschaft.

Warum ist das ein Problem?

1️⃣ Verlust der Wettbewerbsfähigkeit

Europa baut seine Unternehmen auf Plattformen auf, die es nicht kontrolliert. Damit entscheiden andere:

  • wer Zugang zu Daten hat

  • welche Funktionen verfügbar sind

  • welche Geschäftsmodelle möglich bleiben

  • welche nicht mehr möglich sind

Innovation hängt am Wohlwollen weniger Tech-Konzerne.

2️⃣ Sicherheits- und Resilienzrisiken

Unsere Verwaltungen, Schulen, Firmen und kritische Infrastruktur laufen auf Systemen, die von heute auf morgen:

  • abgeschaltet,

  • eingeschränkt,

  • verteuert

  • oder politisch beeinflusst

werden können. Ein technisches oder geopolitisches Problem wird sofort zu einem gesellschaftlichen Problem.

3️⃣ Demokratierisiken & Kontrollverlust 

Wenn Daten, Kommunikation und KI außerhalb Europas Einfluss entstehen und verarbeitet werden:

  • verlieren wir Transparenz

  • verlieren wir Kontrolle

  • verlieren wir die Fähigkeit, Recht durchzusetzen

Trainingsdaten kommen nicht aus Europa – prägen aber europäische Gesellschaften und Märkte.

4️⃣ Strategische Verwundbarkeit

Abhängigkeit begrenzt Handlungsfähigkeit.
Ohne eigene Infrastruktur kann Europa weder:

  • technologische Standards setzen

  • digitale Grundversorgung absichern

  • noch souverän politische Entscheidungen treffen

Souveränität endet dort, wo Abhängigkeit beginnt.

Die Herausforderung wird zur Chance

Die Lösung ist erreichbar – und sie verschafft Europa neue Stärke, Innovationskraft und Resilienz.

1️⃣ Eigene digitale Infrastruktur

Europa braucht Plattformen, die europäischem Recht, europäischer Kontrolle und europäischen Sicherheitsstandards unterliegen:

  • Europäische Cloud- und Collaboration-Systeme
  • Offene und auditierbare Standards
  • Infrastrukturen, die nicht fremden Rechtsordnungen unterstehen

Digitale Grundversorgung muss Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge werden.

2️⃣ Offene Standards & Interoperabilität

Abhängigkeit entsteht dort, wo ein Wechsel nicht möglich ist. Deshalb brauchen wir Systeme, die:

  • auf offenen Protokollen basieren (IMAP, CalDAV, WebDAV, OIDC u. a.)
  • Datenportabilität garantieren
  • echten Wettbewerb ermöglichen

Nur offene Systeme schaffen echte Wahlfreiheit.

3️⃣ Resiliente KI- und Datenräume

Europa braucht eigene:

  • Datenräume
  • Trainingsdaten
  • Open-Source-KI-Modelle
  • Trusted-AI-Infrastrukturen

Damit KI nicht auf fremden Plattformen entsteht, die europäische Werte nicht teilen.
Wer KI kontrolliert, prägt die Zukunft.

4️⃣ Digitale Unabhängigkeit

Organisationen müssen schrittweise unabhängig werden:

  • Lokale Datenhaltung und europäische Cloud-Anbieter
  • Sicherheit und Compliance durch Eigenkontrolle
  • Aufbau eigener digitaler Kompetenzen
  • Exit-Strategien aus proprietären Lock-in-Systemen

Digitale Souveränität entsteht durch bewusste und konsequente Entscheidungen.

Unsere Arbeiten zum Thema 

Policy Briefs

Policy Briefs richten sich an Entscheidungsträger in Politik, Verwaltung und Wirtschaft.
Sie fassen komplexe Sachverhalte kompakt zusammen und leiten daraus konkrete Handlungsoptionen ab.

Kommentare

Kommentare spiegeln eine begründete Einschätzung oder Haltung des Instituts zu aktuellen Ereignissen, politischen Entscheidungen oder gesellschaftlichen Debatten wider.

Sie bauen auf Analysen und Fakten auf, sind aber bewusst normativ und diskursorientiert.
Kommentare sollen Position beziehen, Debatten zuspitzen und Denkprozesse anstoßen.

    Die Rolle von 4future bei der Lösung

    Wir reden nicht, wir tun. 4future ist ein Teil der Lösung für digitale Souveränität. Wir analysieren, wir gestalten, wir setzen um. 4future ist ein Teil der Lösung für digitale Souveränität.

    4future.institute

    Das 4future.institute entwickelt Analysen, Policy Briefs und Strategiemodelle. Wir machen sichtbar, wo Europa abhängig ist.
    Wir zeigen Wege in die Unabhängigkeit führen.

    4future.digital

    4future.digital

    4future.digital entwickelt und betreibt europäische Cloud-, Kommunikations- und Kollaborationsdienste.
    Unabhängig, DSGVO-konform und basierend auf offenen Standards – als konkrete Alternative zu Big Tech.

    4future.business

    4future.business

    4future.business unterstützt Unternehmen dabei, digitale Abhängigkeiten zu reduzieren, Strukturen zu verändern und neue, zukunftsfähige Arbeits- und Geschäftsmodelle aufzubauen.

    4future community

    4future.community

    Die 4future.community macht digitale Souveränität greifbar:
    Mit Veranstaltungen, Austausch, praxisnahen Formaten und verständlicher Aufklärung stärken wir digitale Kompetenz bei Bürger:innen, Organisationen und Entscheidungsträgern.