Der 4future-Cube™
Ein systemischer Orientierungsrahmen für Entscheidungen
in Wirtschaft, Politik und Organisationen
Kernaussagen
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Unsere aktuellen Probleme entstehen weniger durch fehlende Lösungen als durch fehlende Orientierung.
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Eindimensionale Optimierung funktioniert nicht mehr in komplexen, vernetzten Systemen.
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Entscheidungen wirken immer gleichzeitig wirtschaftlich, menschlich und technologisch.
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Technologie verstärkt Richtung – sie ersetzt keine Orientierung.
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Führung bedeutet heute, Orientierung vor Optimierung herzustellen.
Einordnung 4future-Cube
Dieses Grundlagenpapier ist keine Zukunftsprognose und
kein Führungsratgeber im klassischen Sinn.
Es ist eine Orientierungsdiagnose für Entscheidungen unter Unsicherheit.
Es richtet sich an Organisationen, Institutionen und Entscheidungsträger:innen, die erleben, dass vertraute Steuerungs-, Planungs- und Optimierungslogiken ihre Wirkung verlieren – trotz mehr Daten, mehr Technologie und höherem persönlichem Einsatz.
Das Papier zeigt, warum viele aktuelle Probleme
nicht auf individuelles Führungsversagen, sondern auf
systemische Effekte fehlender expliziter Orientierung
zurückzuführen sind.
Es liefert keine Rezepte, keine Maßnahmenlisten und keine Best Practices. Stattdessen schafft es einen gemeinsamen Bezugsrahmen, um dort die richtigen Fragen zu stellen, wo klassische Antworten nicht mehr tragen.
Das Papier ordnet diese Entwicklung im Kontext von:
- VUCA- und BANI-Bedingungen
- technologischer Beschleunigung und der Skalierung von Entscheidungen
- überoptimierten Organisationen ohne Reserven (Slack)
- Führungs- und Bildungssystemen, die weiterhin auf
Stabilität statt Nicht-Linearität ausgerichtet sind
Der 4future-Cube™ versteht sich dabei als
Orientierungsrahmen, nicht als Steuerungsinstrument –
um Orientierung vor Optimierung zu ermöglichen.
Die Antwort: Orientierung geben
- Orientierung explizit herstellen
- Mehrdimensionale Wirkung anerkennen
- Verantwortung im System halten
- Menschliche Wirksamkeit ernst nehmen
- Technologie als Verstärker begreifen –
nicht als Lösung
Weiterführende Materialien 4future-Cube
Executive Summary
4future-Cube
Führungskräfte in Politik, Wirtschaft und Verwaltung agieren heute in hochvernetzten, beschleunigten und nicht-linearen Systemen. Trotz umfangreicher Daten, Methoden und Technologien nehmen Unsicherheit, Fehlsteuerung und unbeabsichtigte Nebenwirkungen zu. Dieses Whitepaper zeigt: Das zentrale Problem ist nicht fehlende Kompetenz oder Information, sondern fehlende explizite Orientierung.
Historisch erfolgreiche Entscheidungslogiken basieren auf linearer Optimierung: klare Zielgrößen, stabile Ursache-Wirkungs-Annahmen, isolierte Effizienzsteigerung. Unter heutigen Bedingungen verlieren diese Logiken ihre orientierende Funktion. Optimierung in einer Dimension erzeugt systematisch Belastungen in anderen. Methoden, Tools und Detailsteuerung ersetzen Richtung, ohne sie herzustellen. Nichtentscheidung wird zum scheinbar sicheren Hafen – verstärkt jedoch den Status quo.
Gleichzeitig hat sich der Gegenstand von Führung grundlegend verändert. Arbeit ist überwiegend Wissens- und Koordinationsarbeit, Technologie wirkt strukturierend und skalierend, Entscheidungen sind schneller wirksam und schwer reversibel. Kein einzelner Akteur kann das Gesamtsystem vollständig verstehen. Führung verschiebt sich daher von individueller Exzellenz zu kollektiver Wirksamkeit und von Antworten zu relevanten Fragestellungen.
Vor diesem Hintergrund wurde der 4future-Cube als systemischer Orientierungsrahmen entwickelt. Er ist kein Tool, keine Methode und keine Handlungsanleitung, sondern ein Denkmodell, das eindimensionale Entscheidungslogiken unterbricht. Er macht sichtbar, dass relevante Entscheidungen immer gleichzeitig in drei Wirkdimensionen wirken:
- wirtschaftlich-strategisch (Zweck, Richtung, Ressourcen),
- menschlich-organisational (Zusammenarbeit, Wirksamkeit, Verantwortung) und
- technologisch (Skalierung, Geschwindigkeit, Irreversibilität).
Der Cube ruht auf einem expliziten Fundament, das keine Werte vorgibt, sondern deren Klärung erzwingt: Woran richten wir Entscheidungen aus? Welche Wirkungen gelten als legitim? Welche Grenzen sollen nicht überschritten werden? Ohne diese explizite Orientierung werden Entscheidungen fragmentiert oder externalisiert. Der 4future-Cube liefert keine Lösungen und reduziert keine Komplexität, sondern ermöglicht Orientierung vor Optimierung und stärkt Verantwortung bei Entscheidungen mit Systemwirkung.
Werner Illsinger ist Wirtschaftspsychologe (MBA), Unternehmensberater und Technologieexperte (HTL-Ingenieur). Nach über 18 Jahren in Führungspositionen bei Microsoft und leitender Tätigkeit in der IT-Industrie gründete er die 4future.group, um den Wandel von Wirtschaft und Gesellschaft im digitalen Zeitalter aktiv mitzugestalten.
An der FH Kärnten lehrt er zu den Themen Business Prozesse, Digitalisierung, Leadership und Organisationsentwicklung.
